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Nekyia und Nostos
»In der Literatur ist, wie im Leben, nur das Schweigen aufrichtig‹«, hält der ungarische Literat Sándor Márai in seinem Erinnerungsbuch Land, Land fest. »Sobald einer zur Öffentlichkeit spricht, ist er nicht mehr aufrichtig, sondern Schriftsteller oder Schauspieler, also ein Mensch, der kokettiert. Denn das Schreiben, das schöne Wort, ist immer auch Possenreißerei… Aber es gibt kein Entrinnen, denn er der Schriftsteller) kann nicht ›schweigen‹, er muss auch auf dem Weltmisthaufen reden, er redet noch aus dem Massengrab. Die Hoffnung, eine alles übersteigende Erschütterung werde ihm (und der Menschheit) den Tag bringen, da sie wirklich ›aufrichtig‹ sein können, weil sie nur noch mit den Grundwörtern schreiben und wispern, ist eine eitle Hoffnung. Sie können auch dann nichts weiter tun, als ihre Seele zu schminken und mit schönen Grundwörtern ›alles‹ zu sagen. Und das ›Thema‹, über das sie – zu allen Zeiten und auf allen Misthaufen – reden, ist stets das gleiche, Nekyia, also die Reise in das Totenreich, und Nostos, die Heimkehr.«
Die Pentalogie zeigt eine Reise durch die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts. Dahinter steht die Vergegenwärtigung des totalitären sittlich-politisch entleerten Zustandes, der auf Fiktionen und einem überwältigend wirksamen Apparat der Täuschungen sogar dem Wissen um die Lüge basiert.